Technische Informationen
Druckspezifikationen für Verpackungsdruck Gängige Druckverfahren im Verpackungsbereich sind Offsetdruck und Flexodruck. Zunehmend gewinnt der Digitaldruck an Bedeutung; für Kartonagen speziell der Digitale Offsetdruck.
Der Offsetdruck
Der Offsetdruck eignet sich für Drucke in hoher Qualität. Rasterweiten von 70 Linien/cm und feiner sind auch im Verpackungsdruck kein Problem. Aufgrund relativ günstiger Druckformen, eignet sich der Offsetdruck auch für kleinere Stückzahlen ab 1.000 Stück, bei denen andere Druckverfahren noch nicht mithalten können. Sehr vielfältig sind auch die Bedruckstoffe, die im Offsetdruck eingesetzt werden können: alle Kartonsorten und Pappen (Fein-wellpappe), sämtliche Papiersorten (von Kunstdruck bis Ausstattungspapier), metallisiertes Papier, Folien und sogar Blech. Beim Offsetdruck auf Wellpappe wird in der Regel zunächst auf einen Planobogen Karton gedruckt, der anschließend auf eine offene Welle kaschiert wird. Erst dadurch entsteht der Wellpappebogen, der dann weiter verarbeitet wird.

Beim Vierfarb-Offsetdruck wird in den Farben CMYK der Euroskala gedruckt: cyan, magenta, yellow, schwarz.
Entsprechend werden Offsetdruckformen in den Farbauszügen CMYK benötigt. Das Raster hat eine Rasterweite 70 Linien/cm (oder feiner). Die Rasterpunktform ist vorzugsweise elliptisch. Die Rasterwinkelung:
schwarz (K) = 45°, magenta (M) = 75°, gelb (Y) = 90°, cyan (C) = 105°. Der Tonwertumfang kann von 10% bis 90 % reichen.
Druckdaten werden heute vorzugsweise als Acrobat PDF übernommen. Diese müssen natürlich in druckfähiger Auflösung angelegt sein. Schriften müssen eingebunden sein. Damit der Drucker weiß, nach welcher Vorlage er die Färbung abstimmen kann, wird ein fortdruckgerechtes Proof (Cromalin, Matchprint o.ä.) benötigt. Man muss wissen, dass als farbverbindliche Druckvorlage einzig der Offsetandruck auf Auflagenmaterial geeignet ist. In der Praxis üblich sind die erwähnten Proofs, die den Offsetdruck simulieren können. Als verbindliche Vorlage ungeeignet sind normale Farbausdrucke von
Inkjet- oder Farblaserdruckern.

Damit Ihr Grafiker oder Ihre Werbeagentur wissen, wie das Layout anzulegen ist, erhalten Sie von uns für die Vorbereitung Ihres Auftrages eine Stanzzeichnung in der Art, wie oben abgebildet. Sie zeigt die Verpackung im ungefalteten Zustand von der Druckseite her (=Außenseite, abgewickelter Zuschnitt).
Bei Motiven, die bis zum Rand gehend (randabfallend sind) ist wichtig, dass 2-3 mm zusätzlicher Beschnitt zugegeben werden. Damit werden unschöne weiße "Blitzer" vermieden, die durch Differenzen der Stanzposition auftreten können. Stanzpasser-Differezen können +/- 0,1 mm betragen. Aus dem gleichen Grund ist es nicht immer vorteilhaft, wenn Motivgrenzen auf zwei Seiten auf die Falzlinien der Verpackung passen müssen.
Beim Druck von Sonderfarben - auch Schmuckfarben genannt - benötigt man zweifelsfreie Angaben über den gewünschten Farbton.
Dies kann über individuelle Farbmuster geschehen, die vom Drucker nachgemischt werden. Gebräuchlicher sind sogenannte Farbskalen, wie der HKS-Farbfächer oder der PANTONE-Farbfächer, selterner die RAL-Farbskala. Hier genügt die Angabe der Farbnummer, damit Ihr Drucker genau weiß, welchen Ton er drucken soll. Bitte beachten: Immer zwischen Farbttönen für gestrichenes oder ungestrichenes Papier unterschieden!
Der Flexodruck (Hochdruck)
Der Flexodruck ist ein Hochdruckverfahren, das im Wellpappendruck sehr verbreitet ist. Bei reliefartigen Druckform werden nur die hoch liegenden Bildteile eingefärbt. Das Besondere am Flexodruck ist die flexible Druckform aus gummiartigen Materialien. Im Grunde ist jeder Bürostempel ein sehr einfaches Flexodruckgerät.
Der Flexodruck hat viele Vorteile: Es lässt sich mit wasserlöslichen Druckfarben drucken. Man kann Inline drucken, also Drucken und Stanzen in einem Maschinendurchgang. Es werden keine hohen Anpressdrücke benötigt; daher kann auch Wellpappe direkt bedruckt werden. Dies macht den Flexodruck im Verpackungsbereich zum preiswertesten Druckverfahren.
Nun die Nachteile: Die Flexodruckformen (= Klischees) sind teuer. Kleinauflagen kommen also nicht in Frage. Mindestmengen sind ungefähr 5.000 Stück. Auch die Passergenauigkeit kann nicht mit den Maßstäben des Offsetdrucks gemessen werden; beim Mehrfarbendruck, sollte eine Passerdifferenz von +/- 0,5 mm berücksichtigt werden. Zumindest im Wellpappe-Direktdruck sind Rasterweiten feiner als
24 Linien/cm schwer zu realisieren. Deshalb eignet sich der Flexodruck eher für den Druck von Nummern, Text und Logos.
Rasterdrucke sind nur bis Rasterweiten von 24 Linien/cm möglich. Der Tonwertumfang reicht von 20% bis 75%. |